AAK mit närrischem Doppelschlag

Zwei Premieren an einem Wochenende – Klassik und klingende City

Geschrieben am 12.02.2017 21:45 von Hans Creutz

Fotos: Helmut Koch (www.karnevalinaachen.de) & Team AAK

Aachen. Ein Wochenende – zwei Premieren: Ein närrischer Doppelschlag ist dem FestAusschuss Aachener Karneval (AAK) gelungen. In Anlehnung an das Sessionsmotto 2016/2017 „Future Lab – en Oche närrisch jeck“ gab sich zunächst die Musikhochschule Aachen närrisch-klassisch. Keine 24 Stunden nach diesem besonderen Konzertabend vor 200 begeisterten Besuchern verwandelten bei der 1. Oecher Fastelovvendsparade rund 200 Musiker und 500 Uniformierte die Aachener City in eine klingende Stadt.

Doch der Reihe nach: „Ope-Rette sich wer kann!“ lautete das Motto in der Musikhochschule. Doch freiwillig wollte sich keiner der Besucher retten, eher das Gegenteil war der Fall: Sie konnten nicht genug kriegen von den singenden und musizierenden Protagonisten, angefangen beim Aachener Operetten- und Musicalstar Nicole Malangré, über die Sopranistin Maria Eunju Park, Ye Bin Lim und Iseon Kim (Violine) bis hin zu Dirk Barde (Kontrabass) und Elif Buggu Ünlüsoy (Violoncello). Aufgeräumt und dem Anlass entsprechend präsentierte sich Gastgeber und Hausherr Professor Herbert Görtz in allerbester Stimmung. „Musik ist das Wichtigste im Leben“, rief der Hochschuldirektor in den Saal, bevor es dann erst einmal mit einem dreifachen „Oche Alaaf“ losging. Beifall als „Begleitmusik“, dabei kam das Beste erst noch! Mit virtuoser Leichtigkeit bespielte Görtz den Flügel, daneben führte er eloquent und voller Esprit durch das Programm.

Alaaf, Beifall, Orden und dazu Küsschen – allzu oft dürfte das im Alltag der Musikhochschule nicht vorkommen. Doch wenn Strauß, Menotti, Lehár Paganini und Bernstein auf den Oecher Fastelovvend treffen, dann herrscht eben ein bisschen Ausnahmezustand. Apropos Oecher Karneval: Den gab's auch, versprüht vom Richterichter Trio „Tästbild“ und but not least vom ranghöchsten aller Jecken, Prinz Thomas III. samt Hofstaat.

AAK-Präsident Frank Prömpeler zeigte sich rundum begeistert von der Premierenveranstaltung: „Karneval ist eben reine Lebensfreude. Den gab es doch in jeder Epoche, auch schon zu Zeiten der Fledermaus von Johann Strauß“, sprach's der Frontmann. Ob da aber schon Orden und Bützchen zwischen den Musikblöcken verteilt wurden, ist nicht überliefert. Ebenso wenig, dass der Direkor einer Aachener Musikhochschule Oecher Karnevalslieder (Wür sönd va Oche“) anstimmte und das Premieren-Publikum die närrische Vorlage annahm und unisono die Aachener „Karnevalshymne“ „Vür sond alle mole Oecher Jonge“ in den Konzertsaal schmetterte. Wohl aber ist überliefert, dass dieser rundum gelungene Konzertabend nach mehr „schmeckte“ – Nachschlag hoffentlich im nächsten Jahr...

Wir fühlen uns hier wie auf der AIDA“ – AAK-Präsident Frank Prömpeler

 

Nicht genug damit. Auch die 1. Oecher Fastelovvendparade erwies sich sprichwörtlich als ein dicker närrischer Paukenschlag. Unter der Regie des FestAusschusses Aachener Karneval marschierten rund 500 Uniformierte, darunter 200 Musiker, mit Pauken und Trompeten zunächst sternenförmig durch die Aachener City. Ihr Ziel war der Einkaufs-Tempel Aquis Plaza, der dann zur Drehscheibe für hautnahen Öcher Karneval wurde.

Schon als die Formationen dort ankamen, standen unzählige Besucher Spalier. Am Nachmittag gab es in der Einkaufspassage schließlich zünftig was auf die Ohren. Im Takt der schönsten Karnevalslieder stieg das Stimmungsbarometer rasant an. Kein Wunder, denn: Alaaf, eingehakt und mitgemacht hieß die Devise für zwei Stunden Fastelovvend in seiner allerschönsten Form. Ein Drehbuch wie es nur die Aachener Narretei schreiben kann...

„Wir fühlen uns hier wie auf der AIDA, 1. Klasse“, begrüßte „Kapitän“ Frank Prömpeler die Besucher und Musiker von der „Brücke“ aus, bevor er das Startsignal zum klingenden Spiel in der Passage gab. Sein besonderer Dank galt dem Organisator der Premieren-Parade, AAK-Vizepräsident Marcel Meis, sowie dem musikalischen Leiter Friedhelm Radermacher von der Stadtgarde Oecher Penn. „Eine Veranstaltung in dieser Größenordnung haben wir hier noch nicht erlebt“, zeigte sich auch Center-Managerin Kathrin Landmann sichtlich beeindruckt vom Großaufgebot der musizierenden Karnevalisten. Der Rest war Programm vom Allerfeinsten. Als irgendwann schließlich der Ohrwurm „Bye bye my love...“ erklang und die Stimmung buchstäblich bis ins Dach der Shopping-Mall schlug, klang das wie ein Versprechen für eine Neuauflage im kommenden Jahr.

Folgende Vereine und Musikzüge waren an der 1. Oecher Fastelovvendparade beteiligt: Stadtwache Oecher Börjerwehr, Prinzengarde Brander Stiere, KK Oecher Storm, KG Grün-Weiß Lichtenbusch, Rathausgarde Oecher Duemjroefe, Stadtgarde Oecher Penn, Musikverein Kalterherberg, Heimat Echo Steckenborn, Prinsejarde Vols sowie der CV Grenzulle Vols.

 

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