Alaaf! Start wie im Bilderbuch

Die Jecken sind wieder los – 2000 Besucher beim Auftakt auf dem Holzgraben

Geschrieben oder Veröffentlicht am 11.11.2018 23:05 von Hans Creutz

Aachen. Als oberste Hüterin über die städtischen Finanzen sind die Momente überschaubar, in denen es für Annekathrin Grehling im Rathaus großartig etwas zu lachen gibt. Umso herzerfrischender präsentierte sich die Kämmerin jetzt im erlauchten Kreis der designierten Tollitäten.

Denn es ist gute Tradition, dass die Spitzenvertreter des organisierten Karnevals am Elften im Elften zuerst ins Hohe Haus vorbei schauen und dann mit klingendem Spiel zum Holzgraben ziehen, um die Session dort offiziell einzuläuten.

Doch zunächst galt: Alaaf statt Zahlen und Bilanzen im Weißen Saal, Karnevalslieder gegen Griesgram und Muckertum – eben ganz nach Geschmack der Aachener Kämmerin, der es als gebürtige Kölnerin in Vertretung von OB Marcel Philipp wahrlich nicht schwer fiel, diesen „schönen Anlass“ mit rheinischem Humor abzuarbeiten. „Vor Ihnen steht eine Kämmerin, und in diesem Job muss man schon ein bisschen Humor haben“, nahm sich die Hausherrin augenzwinkernd dabei auch selbst auf die Schippe.

Dann packten die designierten Tollitäten Tom I. und sein kleiner Amtsbruder Märchenprinz Paul IV. ihre Prinzenlieder aus sowie die Stadtmusikanten das diesjährige AAK-Mottolied „Met jesonge, aneäjebonge, Hazz jefonge“ – und schon verbreitete sich wieder der Öcher Frohsinn, als hätte es die zurückliegende (närrische) Saure-Gurken-Zeit gar nicht gegeben.

Derweil sich ein paar Straßen weiter, nämlich auf dem Holzgraben, zeitgleich rund 2000 erwartungsfrohe und teils kostümierte Fastelovvendsjecke kollektiv auf dem Holzgraben versammelt hatten. Selbst altgediente Karnevalisten konnten sich nicht an eine so große Kulisse zum Session-Start erinnern. Und wie in jedem Jahr tummelten sich auf der Open-Air-Bühne des FestAusschusses Aachener Karneval (AAK) zahlreiche Stars des Öcher Fastelovvends.

Als die Session 2018/2019 dort um 11.11 Uhr ihren Anfang nahm und stürmisch begrüßt wurde, begannen auch die Wangen des neuen Märchenprinzen Paul IV. (Knauf) zu glühen. Schließlich war es der erste große Auftritt innerhalb „seiner“ Session. Getragen von einer Welle der Sympathie, schmetterte Paul sein Prinzenlied in die jubelnde Menge, die ihn sogleich mitten ins Herz schloss.

Großartig, wie der kleine dem großen Prinzen Tom I. und dessen sympathische Truppe die Bühne bereitet hatte. Einmal in Fahrt, setzten diese Jungs gleich noch einen drauf. Mit drei Ohrwürmern der aktuellen Prinzen-CD zum Mitsingen, -tanzen und -schunkeln erreichte auch Tom I. die Herzen der Öcher im Sturm. Eine tolle Werbung der designierten Tollitäten bereits zum Auftakt der neuen Session! Ausschuss-Präsident Frank Prömpeler sowie der Chef vom Stammtisch der Kommandanten und Präsidenten Achim Wernerus als Co-Moderator werden später zufrieden bilanzieren: „Imposante Kulisse, tolle Stimmung, super Programm, ein Bilderbuchstart. Auch weil sich bereits der Auftakt nahezu perfekt auf unser Sessions-Motto „Metjesonge, aneäjebonge, Hazz jefonge“ übertragen hat.“

Apropos Programm: Auch der Rest war vom Allerfeinsten. Dass den Öcher Jecken zuweilen sogar die Sonne ins Bierglas schien und das Stimmungsbarometer zur Freude der Veranstalter Höchstgrade erreichte, war vor allem den Künstlern auf der Startrampe geschuldet, die sich dort die sprichwörtliche „Klinke“ in die Hand gaben. Angefangen bei Stimmungssänger Kurt Christ, der Gesangsgruppe Rumtreiber bis hin zu Tästbild, den Öcher Stadtmusikanten, Nightwiever, Troubardoure, Hans Montag, Hubert Aretz, den Öcher Stallburschen, De Spetzbouve sowie den Newcomern im Öcher Karneval Glitter Girls, Schnütze, und Tanja Rubin alias Ruestätzzje.

Bildzeilen:
Zwei Frohnaturen feiern den Sessionsauftakt: Kämmereien Annekathrin Gehring und AAK-Präsident Frank Prömpeler. Foto: H. Creutz

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