Nachbericht zur Prinzenproklamation des AKV

Geschrieben am 11.01.2016 13:23 von Hans Creutz

 

Teuflisch gut und Affenstark!

 

Michael II. proklamiert - Vom Gorilla zum strahlenden Aachener Stadtprinzen ...

 

Ein Bericht von Hans Creutz

 

Aachen. Ein Mann, ein Wort: „Ich bin jetzt der Prinz von Aachen und das hier ist der Hofstaat für Aachen.“ Als Michael II. (Kratzenberg) das in die fröhlich aufgelegte Menge rief, stand er noch ohne Zepter und Prinzenmütze mitten im Konfetti-Regen – und das Publikum bereits johlend auf den Stühlen.

Dort brachen dann endgültig alle Dämme: Die wenigen Worte, die Aachens neue Tollität bei seiner Proklamation im voll besetzten Eurogress über die Lippen brachte , wurde von rasendem Beifall begleitet. Einmal gelang ihm das sogar ohne Worte, als ihm nämlich ein Tränchen aus dem Augenwinkel entwich. Alaaf, Alaaf auf Michael II., dem so sympathischen neuen Regenten und seiner stolzen Truppe!

Als Novum durften die Abordnungen aller Aachener Karnevalsvereine die Zeremonie auf der Eurogress-Bühne diesmal hautnah miterleben. Was für ein tolles Bild! Und mitten in dieser prächtigen Kulisse gab es sie dann endlich: die Utensilien wie Kette, Federn, Zepter und Prinzenmütze, auf die Michael II. so lange geträumt hatte und mit denen er in den kommenden Wochen durch die Säle ziehen wird.


Schon die Szene aus dem ewigen Eis mitten im Rahmenprogramm, gab einen ersten Vorgeschmack auf das, was beim späteren „Prinzenspiel“ noch folgen sollte: Da der Teufel in Aachen sowieso eine immer wiederkehrende Sagengestalt ist, steigt der Pferdefuß plötzlich aus einem Eisberg auf und empfiehlt den Pinguinen, doch nach Aachen zu gehen, in die schönste Stadt der Welt. „Dort pulsiert das wilde Leben, auch wenn man mich da mal reingelegt hat.“ Beim Krippekratz, dem fiesen Belzebub - ein wahrlich teuflisches Vergnügen!


Eingerahmt wurde die Ironie seines Aachener Schicksals von den eigens dafür einstudierten großartigen Beiträgen der jungen Tänzerinnen des Balletts der Tanzwerkstatt Brettschneider. Glückwunsch zu dieser tollen Choreografie, für die einmal mehr Marga Render verantwortlich zeichnete. Schon da deutete sich großes Kino an!


Der arktischen Kälte entflohen, ging es beim späteren Prinzenspiel tatsächlich heiß her. Ganz nach dem Geschmack der Besucher hatte die Truppe mit Prinz Michael II. dabei eine Anleihe beim Disney-Klassiker „Das Dschungelbuch“ gemacht. Kunterbunte Bilder, tolle Tierkostüme, dazu fetzige Songs und perfekt einstudiertes Tanztheater– und fertig war das gelungene Drehbuch. Ende gut, alles gut – und so verwandelte sich am Ende ein grimmiger Gorilla in einen strahlenden Öcher Stadtprinzen. So tierisch gut diese Nummer auch war, ist jedoch kaum anzunehmen, dass sich Michael II., bei seinen weiteren Auftritten künftig mit Lianen durch die Säle schwingen wird...


Schon das Programm, dass ihm am Abend seines Amtsantritts die Bühne bereitete, war voller Paukenschläge. Angefangen beim Prinzencorps, über die AKV-Schautanzgruppe, den Originalen sowie dem Wall Street Theatre und dem Kölner Musik- und Tanzkorps Treue Husaren bis hin zur Fauth Dance Company, Dirk von Pezold alias Lennet Kann und den 4 Amigos hatte Programm-Macher Rolf Gerrards mit der Auswahl des über vierstündigen Programms nur Volltreffer gelandet. Langeweile, selbst in kurzen Unterbrechungen zwischen den Programmblöcken – Fehlanzeige, was auch an den bewegten Bildern von „Jüppchen“ Hubert Crott und Kaiser Karl gelegen haben dürfte. Die Fachhochschule Aachen hatte das Duo per Videosequenzen mit in die moderne und farbenfrohe Kulisse gezaubert. Überhaupt war es ein geschickter Schachzug des Aachener Karneval-Vereins, die angehenden Designer der FH ins Boot zu holen.


Der Elferrat: Adjutant Heinz Roßkamp, Leibgardist Martin Lücking, Mundschenk Andreas Fleu, Noppeney Andreas Prang, Hofmusikant Dominic Jumpers, Hofkutscher Hubert Siebertz, Jäger Achim Palm, Schängchen David Leonhard Ganser, Schmied Jürgen Boßhammer, Till Eulenspiegel René Ganser, Hofmarschall Thomas Jägerberg, Prinzenberater Alwin Fiebus.

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